Zecken und FSME: Was Sie im Kanton Zug wissen müssen.
Der Kanton Zug gehört zu den FSME-Risikogebieten der Schweiz. Was das für Ausflüge in die Natur bedeutet, und wie Sie sich schützen.

Zecken und FSME im Kanton Zug – Apotheke Cham
Warum der Kanton Zug als Risikogebiet gilt
Zecken mögen es feucht und schattig: hohes Gras, Waldränder, Unterholz, Gärten mit Laub. Also genau das, was rund um Cham reichlich vorhanden ist. Aktiv werden sie, sobald es über mehrere Tage wärmer als etwa sieben Grad ist. In milden Jahren heisst das von März bis in den November hinein, und nicht erst im Hochsommer.
Der Kanton Zug gilt als FSME-Risikogebiet. Das klingt dramatischer, als es gemeint ist, denn inzwischen ist praktisch die ganze Schweiz Risikogebiet. Einzig das Tessin ist ausgenommen. Die Naturherde des Virus liegen schwerpunktmässig in der Nordostschweiz, kommen aber in fast allen Regionen vor. Sie müssen also nicht verreisen, um einer infizierten Zecke zu begegnen. Ein Spaziergang am Waldrand oder die Gartenarbeit am Samstag genügen.
Die meisten Zecken tragen das FSME-Virus nicht. Ein Zeckenstich ist kein Notfall und in den allermeisten Fällen harmlos. Er ist ein Grund, die Stelle im Auge zu behalten und zu wissen, worauf man achtet.
Was ist FSME, und was ist Borreliose?
Beide werden von Zecken übertragen, und damit endet die Gemeinsamkeit.
FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Sie wird durch ein Virus verursacht, das die Zecke sofort beim Stich übertragen kann. Die Erkrankung verläuft oft in zwei Phasen: zuerst grippeähnliche Beschwerden, dann bei einem Teil der Betroffenen eine Beteiligung von Hirnhaut oder Gehirn. Gegen das Virus selbst gibt es kein Medikament, man kann nur die Beschwerden behandeln. Dafür gibt es eine wirksame Impfung.
Borreliose wird durch Bakterien verursacht. Sie werden in der Regel erst nach mehreren Stunden Saugzeit übertragen, weshalb frühes Entfernen hier tatsächlich etwas bringt. Typisches erstes Zeichen ist die Wanderröte: ein rötlicher Ring, der sich Tage bis Wochen nach dem Stich um die Einstichstelle ausbreitet. Borreliose lässt sich mit Antibiotika behandeln. Eine Impfung dagegen gibt es nicht.
Gut zu wissen
Die Zeckenimpfung schützt vor FSME, nicht vor Borreliose. Wer geimpft ist, sollte Zeckenstiche also trotzdem ernst nehmen und die Einstichstelle beobachten.
Wann ist die FSME-Impfung sinnvoll?
Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt die Impfung allen Personen in der Schweiz ausser im Tessin, sofern sie sich in der Natur aufhalten. Seit 2024 gilt die Empfehlung ab drei Jahren; vorher lag die Altersgrenze bei sechs. Schwere Verläufe sind bei Kleinkindern selten, deshalb wird bei den Jüngsten individuell abgewogen.
Praktisch gesprochen: Wenn Sie spazieren gehen, im Garten arbeiten, mit Kindern in den Wald gehen, joggen, biken oder Hunde ausführen, sind Sie exponiert. Das trifft auf die meisten Menschen in Cham zu.
Wer besonders davon profitiert:
- Familien mit Kindern, die draussen spielen
- alle, die beruflich im Freien arbeiten, in der Forstwirtschaft, im Gartenbau, im Bau
- Hundehalterinnen und Hundehalter
- alle, die in den Sommermonaten viel wandern oder biken
Wie läuft die Impfung ab, und was kostet sie?
Die Grundimmunisierung besteht aus drei Dosen. Die ersten beiden liegen zwei bis vier Wochen auseinander, die dritte folgt frühestens fünf Monate nach der zweiten. Danach wird alle zehn Jahre aufgefrischt. Wenn Sie die Auffrischung verpasst haben, müssen Sie nicht von vorne beginnen: eine einzelne Dosis stellt den Schutz wieder her.
Beginnen können Sie jederzeit. Der Winter eignet sich sogar besonders gut, weil der volle Schutz dann steht, bevor die Zecken im März aktiv werden. Wer erst im Mai anfängt, ist die erste Saison über nur teilweise geschützt.
Die Kosten übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung für Personen ab drei Jahren, die in einem Risikogebiet leben oder sich dort aufhalten. Der übliche Selbstbehalt bleibt.
Bei uns brauchen Sie dafür keinen Arzttermin. Wir impfen in der Apotheke, in einem separaten Raum, ohne Wartezeit im Laden. Bringen Sie Ihr Impfbüchlein mit, dann sehen wir gemeinsam, was fehlt und was noch gültig ist. Mehr dazu auf unserer Seite Impfungen.
Was tun nach einem Zeckenstich?
Ruhig bleiben und zügig handeln, in dieser Reihenfolge:
- Nah an der Haut fassen. Mit einer feinen Pinzette oder Zeckenkarte direkt an der Hautoberfläche greifen, nicht am vollgesogenen Körper. Sonst drücken Sie den Mageninhalt der Zecke in die Wunde.
- Gerade herausziehen. Langsam und gleichmässig. Nicht drehen, nicht ruckartig ziehen.
- Kein Öl, kein Klebstoff, keine Hitze. Diese Hausmittel bringen die Zecke dazu, Speichel abzugeben, und erhöhen damit genau das Risiko, das Sie vermeiden wollen.
- Desinfizieren.
- Datum notieren. Fotografieren Sie die Stelle ruhig mit dem Handy. Wenn Wochen später eine Rötung auftritt, ist das Datum die wichtigste Information für die Ärztin.
Bleibt ein kleiner Rest des Stechapparats in der Haut, wird er meist wie ein Splitter abgestossen.
Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten: wenn sich eine ringförmige Rötung um die Einstichstelle ausbreitet, wenn Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen auftreten, oder wenn Sie die Zecke nicht vollständig entfernen können. Kommen Sie im Zweifel bei uns vorbei, wir schauen es uns an und sagen Ihnen ehrlich, ob es zum Arzt gehört.
Wie schützen Sie sich, bevor die Zecke sticht?
Die Impfung ist die eine Hälfte, das Verhalten draussen die andere.
- Lange Kleidung in hohem Gras und im Unterholz, Hosenbeine in die Socken. Sieht unelegant aus, funktioniert aber.
- Helle Kleidung, weil Sie darauf die dunklen Zecken früher sehen.
- Zeckenschutzmittel auf Haut und Kleidung. Wir führen mehrere Präparate und sagen Ihnen, welches für Kinder geeignet ist und wie lange es tatsächlich wirkt.
- Nach jedem Aufenthalt absuchen, auch bei Kindern und Haustieren. Zecken wandern, bevor sie stechen. Beliebte Stellen sind Kniekehlen, Achseln, Leisten, Haaransatz und bei Kindern der Nacken.
- Kleidung heiss waschen oder in den Trockner geben. Zecken überleben eine normale Wäsche bei 30 Grad problemlos.
Wichtig
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Diagnose. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Symptom zum Zeckenstich gehört, fragen Sie nach. Ein Gespräch bei uns kostet Sie nichts ausser fünf Minuten.
Stand Juli 2026. Impfempfehlungen gemäss Schweizerischem Impfplan des BAG und infovac.ch.
Über die Autorin
Tamara Ringger
Geschäftsleitung und Fachfrau Apotheke, Omida Schüssler Master, Bachblütenspezialistin, Ausbilderin und Prüfungsexpertin. Berät seit Jahren am Tresen in Cham und schreibt hier über die Fragen, die dort am häufigsten kommen.
Fachlich geprüft von einer Apothekerin im Team. Dieser Beitrag ersetzt keine Beratung und keine Diagnose.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zu Zecken und FSME.
Muss ich nach jedem Zeckenstich zum Arzt?
Nein. Die meisten Zeckenstiche verlaufen folgenlos. Beobachten Sie die Stelle vier bis sechs Wochen. Zum Arzt gehen Sie, wenn sich eine ringförmige Rötung ausbreitet oder Fieber und Gliederschmerzen auftreten.
Ab wann wirkt die FSME-Impfung?
Ein erster Schutz baut sich nach der zweiten Dosis auf, vollständig ist er nach der dritten. Zwischen zweiter und dritter Dosis liegen mindestens fünf Monate, die Grundimmunisierung zieht sich also über ein gutes halbes Jahr. Wer im November beginnt, ist zum Saisonstart im Frühling geschützt.
Kann ich mich in der Apotheke impfen lassen?
Ja. Wir impfen ohne Arzttermin und ohne Überweisung. Bringen Sie Ihr Impfbüchlein mit, dann prüfen wir gleich mit, was sonst noch ansteht.
Schützt die Impfung auch vor Borreliose?
Nein. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Sie ist aber mit Antibiotika gut behandelbar, wenn sie früh erkannt wird.
Sind Zecken nur im Sommer aktiv?
Die Aktivität beginnt bei etwa sieben Grad Aussentemperatur. In milden Wintern gibt es deshalb auch im Januar vereinzelt Stiche, der Schwerpunkt liegt aber zwischen März und November.
Was mache ich, wenn ich die Zecke nicht ganz erwische?
Versuchen Sie es nicht mit Gewalt, das macht die Wunde grösser als nötig. Kommen Sie vorbei, wir schauen uns die Stelle an und entfernen den Rest. Wenn die Einstichstelle bereits entzündet ist, sagen wir Ihnen, dass es in ärztliche Hände gehört, und schicken Sie nicht mit einem Produkt nach Hause.
Vorsorge
Jetzt an die FSME-Impfung denken.
Wir impfen ohne Arzttermin, bringen Sie einfach Ihr Impfbüchlein mit.

